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Was sind Risikoklassen?

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Investitionen in Wertpapiere sind grundsätzlich immer mit Risiken verbunden. Doch Wertpapier ist nicht gleich Wertpapier und die Risiken sind auch nicht überall gleich hoch.

Daher werden bestimmte Wertpapiere, speziell auch ETFs und Fonds, in Risikoklassen eingeteilt. Das ist daher wichtig, da der Gesetzgeber Finanzdienstleister verpflichtet hat, zu überprüfen ob die Anlagevorschläge für den Kunden geeignet sind. Um das zu vereinfachen, wurden die Risikoklassen (1-7) eingeführt. Je nach Anlagewunsch des Kunden, lassen sich so nun einfacher passende Produkte identifizieren.

Die Risikoklassen werden anhand des SRRI-Modells eingeteilt. Dieses berechnet das Risiko aufgrund der Wertschwankungen des Papiers bzw. des zugrundeliegenden Index. Je geringer die Schwankungsbreite, desto niedriger die Einstufung in die Risikoklasse.

Wichtig sind die Risikoklassen auch für das geplante Altersvorsorgedepot. Nur ETFs und Fonds der Risikoklassen 1-5 sind nämlich besparbar im Altersvorsorgedepot. Produkte, die unter die Risikoklassen 6 und 7 fallen, sind nicht zugelassen.

Die Risikoklassen für Geldanlagen im Überblick

Risikoklasse 1 (Sicherheit)

In die Risikoklasse 1 fallen nur äußerst sichere Geldanlagen, die allerdings dann zumeist nur eine geringe Rendite bringen. Dazu gehören Tages- und Festgeld, Bausparverträge und Sparbriefe.

Risikoklasse 2 (Sicherheitsorientiert)

Für sicherheitsorientierte Anleger sind Produkte der Klasse 2 geeignet. Dazu gehören konventionelle Kapitallebensversicherungen, Offene Immobilienfonds oder Rentenfonds mit ausgezeichneter Bonität.

Risikoklasse 3 (konservativ sicherheitsorientiert)

In die Risikoklasse 3 fallen Produkte mit leicht erhöhter Risikoerwartung, aber einem eindeutigen Sicherheitsfokus. Dazu gehören Mischfonds, fest verzinsliche Wertpapiere und Anleihen mit guter Bonität.

Risikoklasse 4 (solide ertragsorientiert)

Ab der Risikoklasse 4 sind die darin eingestuften Finanzprodukte nicht mehr sicherheitsorientiert, sondern renditeorientiert ausgerichtet. Wer Papiere dieser Kategorie erwirbt, geht für eine höhere Renditeerwartung ein mittleres Anlagerisiko ein. In die Risikoklasse 4 sind zum Beispiel viele ETFs und Fonds eingestuft, insbesondere wenn sie sehr breit gestreut investieren. Bei Geldanlagen in dieser Risikoklasse bestehen neben dem Emittentenrisiko häufig Währungs- und Kursschwankungen.

Risikoklasse 5 (konservativ wachstumsorientiert)

Bei Anlagen in dieser Risikoklasse geht es darum möglichst hohe Renditen zu erzielen. Dabei müssen ggf. auch Verluste einkalkuliert werden. Hier sind Aktien aus Drittländern und Währungsanleihen mittlerer Bonität eingestuft. Aber auch Aktien, die lediglich außerbörslich (OTC) oder dezentral gehandelt werden, sind hier eingestuft. Ein Teil der ETFs und Fonds ist hier auch zu finden.

Risikoklasse 6 (wachstumsorientiert / spekulativ)

Hier kann mit hohen Ertragschancen gerechnet werden. Allerdings sind sehr hohe Kursschwankungen eintreten, wodurch sich das Anlagerisiko erhöht. Mit Verlusten, bis hin zum Totalverlust, sollte man klarkommen. Optionsscheine sind z.B. sehr häufig in diese Risikoklasse eingestuft.

Risikoklasse 7 (spekulativ)

Hier sind hochspekulative Anlagen zu finden. Dazu zählen Derivate, aber auch sehr spezialisierte Branchen- oder Regionen-ETFs bzw. -fonds sind dort eingestuft. Geldanlagen in dieser Risikoklasse sind nur für Anleger mit sehr viel Erfahrung geeignet. Ein Totalverlust kann hier teilweise sehr schnell eintreten. Die Risiken übersteigen teilweise die Renditechancen.

Wie genau erfolgt die Klassifizierung nach dem SRRI-Modell bei ETFs und Fonds?

Ausschlaggebend ist dabei die Volatilitätsspanne. Der Volatilitätswert sagt aus, welche Schwankungen in den letzten fünf Jahren auftraten. Bei einem Wert von 3 % schwankte der Kurs des Wertpapiers um bis zu 3 % nach oben oder unten. Gemäß dem SRRI-Modell wäre das Papier dann in die Risikoklasse 3 eingestuft worden.

Die Verteilung ist wie folgt:

  • Risikoklasse 1 = 0,0 – 0,5 % Volatilitätsspanne
  • Risikoklasse 2 = 0,5 – 2,0 % Volatilitätsspanne
  • Risikoklasse 3 = 2,0 – 5,0 % Volatilitätsspanne
  • Risikoklasse 4 = 5,0 – 10,0 % Volatilitätsspanne
  • Risikoklasse 5 = 10,0 – 15,0 % Volatilitätsspanne
  • Risikoklasse 6 = 15,0 – 25,0 % Volatilitätsspanne
  • Risikoklasse 7 = über 25,0 % Volatilitätsspanne

Wo findest du die Risikoklassen?

Die Risikoklasse steht bei ETFs und Fonds im zugehörigen Basisinformationsblatt. Das findest du in der SMARTBROKER+ App im Bereich „Info“ des jeweiligen Wertpapiers. Die Einstufung in die Risikoklasse soll dich auch dabei unterstützen, passende Produkte zu finden, die zu deiner persönlichen Anlagestrategie passen und deren Risiken du einschätzen kannst.

Durch Streuung deiner Investments über verschiedene Risikoklassen hinweg, kannst du, je nach Lebenssituation renditeorientiert oder eher sicherheitsorientiert investieren. Je langfristiger Investments sind, desto mehr Chancen bieten sich bei renditeorientierten Anlagen. Wenn du das Geld kurzfristig wieder benötigst, sind Anlagen in den niedrigen Risikoklassen besser geeignet. Letztlich musst du aber selbst wissen, was dir bei der Geldanlage wichtig ist.

Disclaimer

Ausdrücklich weist die Smartbroker AG darauf hin, dass ein Investment in Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente im Sinne des WpHG grundsätzlich mit erheblichen Chancen und Risiken (Preis-, Markt-, Währungs-, Volatilitäts-, Bonitäts- und sonstigen Risiken) verbunden ist und ein Totalverlust des investierten Kapitals nicht ausgeschlossen werden kann. Die Smartbroker AG empfiehlt deshalb jedem Leser und jeder Leserin sich vor einer Anlageentscheidung intensiv mit den Chancen und allen Risiken auseinander zu setzen und sich umfassend zu informieren. Sämtliche verwendeten Wertentwicklungsangaben, sei es für die Vergangenheit oder im Sinne einer Prognose bzw. Einschätzung sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse bzw. Wertentwicklungen. Die hier angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Alle Informationen sind sorgfältig zusammengetragen, haben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind unverbindlich sowie ohne Gewähr. Des Weiteren dient die Bereitstellung der Information nicht als Rechtsberatung, Steuerberatung oder wertpapierbezogene Beratung und ersetzt diese nicht. Eine an den persönlichen Verhältnissen des Kunden ausgerichtete Anlageempfehlung, insbesondere in der Form einer individuellen Anlageberatung, der individuellen steuerlichen Situation und unter Einbeziehung allgemeiner sowie objektspezifischer Grundlagen, Chancen und Risiken, erfolgt ausdrücklich nicht.