Sonderdividenden – mitnehmen oder nicht?
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Sonderdividenden – mitnehmen oder nicht?
Es kommt immer mal wieder vor, dass Unternehmen zusätzlich zur regulären Dividende eine Sonderdividende ausschütten. Dies geschieht zumeist, wenn es größere Einmalgewinne gab, z. B. durch den Verkauf von Beteiligungen, Unternehmensteilen oder durch außergewöhnlich hohe Gewinne in einem bestimmten Geschäftsjahr. Auch nach besonders starken Geschäftsjahren oder bei einer sehr hohen Liquiditätsposition entscheiden sich manche Unternehmen dafür, einen Teil dieses Kapitals direkt an die Aktionäre zurückzugeben.
Wenn du die jeweilige Aktie sowieso bereits besitzt, ist das zunächst einmal ein zusätzlicher Geldregen für dich. Du erhältst neben der normalen Dividende eine weitere Ausschüttung, ohne dafür etwas tun zu müssen. Für langfristige Aktionäre ist eine Sonderdividende daher oft einfach ein netter Bonus.
Lohnt es sich aber, nur wegen einer angekündigten Sonderdividende eine bestimmte Aktie zu kaufen?
Im Grunde genommen eher nicht. Bei einer Dividendenzahlung – egal ob regulär oder als Sonderdividende – reduziert sich der Kurs der Aktie am sogenannten Ex-Dividenden-Tag in der Regel um ungefähr den Dividendenbetrag. Heißt also: Du kaufst eine Aktie für 100 € je Stück. Es wird eine Sonderdividende von 15 € je Aktie ausgeschüttet. Am Ex-Tag fällt der Kurs rechnerisch auf etwa 85 €. Dein Vermögen hat sich dadurch zunächst nicht verändert – ein Teil steckt nun im Kurswert der Aktie, der andere Teil wird als Dividende ausgezahlt.
Hinzu kommt noch ein weiterer Punkt: Die Dividende musst du versteuern, sofern dein Freistellungsauftrag bereits ausgeschöpft ist. In Deutschland fallen auf Dividenden in der Regel Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an. Dadurch kann der tatsächlich ausgezahlte Betrag deutlich unter der ursprünglichen Dividendenhöhe liegen.
In solchen Fällen kann es also sogar sinnvoll sein, mit dem Kauf der Aktie bis nach der Dividendenzahlung zu warten – besonders dann, wenn du das Unternehmen ohnehin auf deiner Watchlist hast. Der Kursrückgang ist in diesem Moment nämlich technisch durch die Ausschüttung bedingt und nicht unbedingt durch negative wirtschaftliche Nachrichten oder eine Verschlechterung der Unternehmenslage.
Sonderdividenden können daher auch eine interessante Gelegenheit bieten, in ein Unternehmen etwas günstiger einzusteigen. Gleichzeitig sollte man sich aber bewusst machen, dass eine Sonderdividende meist ein einmaliges Ereignis ist und kein verlässlicher Bestandteil der zukünftigen Rendite. Entscheidend für eine langfristige Investition bleibt weiterhin die Qualität des Unternehmens, seine Geschäftsentwicklung und die Perspektiven für zukünftiges Wachstum.
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