VanEck Uranium and Nuclear Technologies ETF: Kernkraft-ETF im Test
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Lange galt Kernkraft als Auslaufmodell. Doch während Rechenzentren und KI-Modelle weltweit immer mehr Strom verschlingen, ist das Thema mit voller Wucht zurück – und mit ihm der VanEck Uranium and Nuclear Technologies UCITS ETF mit der ISIN IE000M7V94E1.
An der Börse läuft er meist unter seinem Kürzel NUKL. Die Idee dahinter ist denkbar einfach: Statt auf eine einzelne Uran-Aktie zu setzen, kaufst du dir mit einem Produkt ein ganzes Bündel an Unternehmen rund um die Kernenergie ins Depot – vom Uranschürfer über den Reaktorbauer bis zur Hightech-Schmiede, die an den Kraftwerken der Zukunft tüftelt.
Klingt nach Megatrend. Aber hält der ETF, was die Story verspricht – und welchen Preis zahlst du in Form von Risiko und Schwankungen? Schauen wir genauer hin.
Das Wichtigste in Kürze
- Der ETF bündelt 25 Unternehmen aus Uranabbau und Kernenergie in einem einzigen Wertpapier (ISIN: IE000M7V94E1).
- Mit 0,55 Prozent laufenden Kosten pro Jahr ist er für einen Themen-ETF vergleichsweise günstig.
- Die Wertentwicklung der vergangenen Jahre war sehr stark – allerdings bei extrem hohen Schwankungen.
- Er eignet sich allenfalls als kleine Beimischung, nicht als breit gestreutes Basisinvestment.
Überblick: Was ist das für ein ETF?
- ISIN: IE000M7V94E1
- WKN: A3D47K
- Auflage: 3. Februar 2023
- Fondsdomizil: Irland
- TER: 0,55 % p.a.
- Fondsvolumen: rund 2,3 Milliarden Euro
- Anzahl Akiten: 25
- Replikation: physisch (Vollreplikation)
- Ertragsverwendung: thesaurierend
- Fondswährung: US-Dollar (keine Währungsabsicherung)
Stand der Stammdaten: Mai 2026. Quellen: VanEck, extraETF, justETF.
Wie wählt der ETF seine Aktien aus?
Der ETF bildet den MarketVector Global Uranium and Nuclear Energy Infrastructure Index ab. Dieser Index sammelt weltweit Unternehmen ein, die sehr eng mit Kernenergie verbunden sind. In den Index kommt nur, wer mindestens die Hälfte seines Umsatzes mit einem dieser Felder verdient: dem Uranbergbau, dem Bau und der Wartung von Kernkraftwerken und Reaktoren, der Stromerzeugung aus Kernenergie oder mit Ausrüstung, Technologie und Dienstleistungen für die Branche. Alternativ reicht es, wenn mindestens die Hälfte der Rohstoffvorkommen eines Unternehmens auf Uran entfällt.
Heißt übersetzt: Hier landen keine Mischkonzerne, die nebenbei ein bisschen Atomgeschäft machen, sondern echte Schwergewichte des Themas. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 umfasste der Index 25 Titel – von kleineren Firmen mit wenigen hundert Millionen bis zu Konzernen jenseits der 100-Milliarden-Marke. Es ist also ein bewusst fokussierter, spezialisierter Index und kein breiter Marktindex.
Was steckt aktuell drin?
Mit 25 Aktien ist der ETF schlank besetzt – und ziemlich konzentriert. Die zehn größten Positionen machen zusammen rund 65 Prozent des Fondsvermögens aus. Klarer Platzhirsch ist der kanadische Uranproduzent Cameco mit für sich allein knapp 17 Prozent. Das ist eine Hausnummer und zeigt, wie sehr dieses Nischenthema an wenigen großen Namen hängt.
Die zehn größten Positionen sahen zuletzt so aus (Stand: Mai 2026, Quelle: VanEck):
- Cameco Corporation (ca. 16,8 %)
- Oklo Inc. (ca. 6,7 %)
- NexGen Energy Ltd. (ca. 6,6 %)
- Sprott Physical Uranium Trust (ca. 5,9 %)
- Samsung C&T Corp. (ca. 5,3 %)
- IHI Corporation (ca. 5,1 %)
- Uranium Energy Corp. (ca. 4,9 %)
- AtkinsRéalis Group Inc. (ca. 4,8 %)
- Hitachi Ltd. (ca. 4,7 %)
- Mitsubishi Heavy Industries Ltd. (ca. 4,6 %)
Geografisch liegt der Schwerpunkt auf Kanada (rund 31 Prozent), gefolgt von Japan (rund 24 Prozent) und den USA (rund 18 Prozent). Auf Branchenebene dominieren Energie- und Industriewerte. Schön zu sehen ist dabei die Mischung aus zwei Welten: klassische Uranförderer und Reaktorbauer auf der einen, junge Technologiefirmen rund um kleine modulare Reaktoren (SMR) auf der anderen Seite.
Wie lief die Performance zuletzt?
Chart seit Auflage, Zeitraum 03.02.23 - 03.06.26, Quelle: wallstreetONLINE, Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Ergebnisse.
Kurz gesagt: sehenswert – und genau das ist Fluch und Segen zugleich. Auf Sicht von zwölf Monaten legte der VanEck Uranium and Nuclear Technologies UCITS ETF rund 49 Prozent zu.
So beeindruckend diese Zahlen wirken: Sie sind eine Momentaufnahme aus der Vergangenheit. Wer eine derart steile Aufwärtsbewegung sieht, sollte im Hinterkopf behalten, dass es genauso heftig in die andere Richtung gehen kann. Die Geschichte solcher Themen-Investments ist voll von kräftigen Rückschlägen nach starken Phasen.
Stand: 01.06.2026, Quelle: justETF. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.
Wie riskant ist der ETF?
Hoch – und das gehört offen gesagt. Themen-ETFs sind grundsätzlich schwankungsanfälliger als ein breit gestreuter Welt-ETF. Beim Kernkraft-ETF kommen gleich mehrere Faktoren zusammen:
- Konzentration: Mit nur 25 Titeln und einem hohen Gewicht der größten Positionen hängt viel an wenigen Unternehmen. Schwächelt ein Schwergewicht wie Cameco, zieht das den ganzen ETF spürbar mit nach unten.
- Schwankungen: Die gemessene Volatilität lag zuletzt auf Jahressicht bei rund 49 Prozent – ein sehr hoher Wert. Zweistellige Kursrückgänge innerhalb weniger Wochen sind in diesem Segment keine Seltenheit.
- Politik und Rohstoffpreis: Kernenergie ist ein politisch heikles Feld. Genehmigungen, Regulierung, Sicherheitsdebatten und der schwankende Uranpreis können für kräftige Ausschläge sorgen.
- Währung: Der ETF wird in US-Dollar geführt und ist nicht währungsgesichert. Für dich als Anlegerin oder Anleger im Euroraum kommt damit ein Wechselkursrisiko obendrauf.
Und wie immer gilt: Ein Verlust bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich.
Die größten Stärken des ETFs
Die erste Stärke ist die einfache Umsetzung eines komplizierten Themas. Wer an die Renaissance der Kernkraft glaubt, müsste sonst einzelne Aktien aus Kanada, Japan, Südkorea und den USA zusammensuchen und bewerten. Der ETF nimmt dir diese Arbeit ab und bündelt 25 Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette in einem einzigen Wertpapier.
Die zweite Stärke ist die thematische Breite innerhalb der Nische. Du bekommst nicht nur reine Uranminen, sondern auch Reaktorbauer, Versorger und Technologiefirmen. Damit setzt du nicht allein auf den Uranpreis, sondern auf das größere Bild: den weltweiten Ausbau der Kernenergie.
Die dritte Stärke ist die solide Hülle. Der ETF repliziert physisch, kauft die Aktien also direkt, ist UCITS-konform und mit über zwei Milliarden Euro Fondsvolumen für ein Nischenprodukt ordentlich groß. Das spricht für Handelbarkeit und Akzeptanz am Markt.
Die Schwächen, die du kennen solltest
Die größte Schwäche ist die Kehrseite der Fokussierung: Klumpenrisiko. Ein einzelnes Unternehmen mit fast 17 Prozent Gewicht ist viel. Läuft es bei den Top-Werten schlecht, hilft die breite Streuung über Länder wenig.
Die zweite Schwäche sind die hohen Schwankungen. Dieser ETF ist nichts für schwache Nerven oder kurze Anlagehorizonte. Wer beim ersten kräftigen Minus nervös verkauft, fährt mit einem so volatilen Produkt schnell schlecht.
Die dritte Schwäche ist die Abhängigkeit von einer einzigen Story. Steht und fällt das Thema Kernkraft – etwa wegen politischer Kehrtwenden oder eines fallenden Uranpreises –, gibt es im ETF kaum etwas, das gegensteuert. Diese Wette ist sehr gerichtet.
Für wen ist der ETF interessant?
Interessant kann der ETF für renditeorientierte Anleger sein, die fest an die langfristige Story rund um Kernenergie glauben, das Thema breiter abdecken wollen als mit einer Einzelaktie – und die dafür auch kräftige Schwankungen aushalten.
Weniger passend ist er für alle, die einen ruhigen, breit gestreuten Kernbaustein fürs Depot suchen oder bald an ihr Geld müssen. Als Basisinvestment taugt so ein Themen-ETF nicht. Wenn überhaupt, kommt er als kleine, bewusst gewählte Beimischung in ein bereits gut diversifiziertes Depot.
Das ist eine Einordnung der Anlagestruktur, keine individuelle Anlageberatung.
Welche Alternativen gibt es?
Der VanEck-ETF ist nicht das einzige Produkt rund um Uran und Kernkraft. Je nachdem, worauf du den Schwerpunkt legen willst, gibt es Alternativen mit unterschiedlichem Zuschnitt:
- WisdomTree Uranium and Nuclear Energy UCITS ETF (ISIN: IE0003BJ2JS4): ähnlich breit aufgestellt mit Uran und Kernenergie, mit 0,45 % p.a. etwas günstiger.
- Global X Uranium UCITS ETF (ISIN: IE000NDWFGA5): stärker auf Uranminen und Förderer fokussiert, TER 0,65 % p.a.
- HANetf Sprott Uranium Miners UCITS ETF (ISIN: IE0005YK6564): konzentriert sich auf reine Uranminen, TER 0,85 % p.a.
Der Unterschied ist wichtiger, als er klingt: Reine Minen-ETFs hängen besonders stark am Uranpreis, während der VanEck-ETF durch die Reaktorbauer und Technologiefirmen etwas breiter aufgestellt ist. „Besser“ oder „schlechter“ gibt es hier nicht – es kommt darauf an, welchen Teil der Kernkraft-Story du abbilden möchtest.
Alle Unterlagen zu den genannten Produkten findest du jeweils in deutscher Sprache in der App beim ETF unter dem Reiter „Info“.
Häufig gestellte Fragen
Ist der VanEck Uranium and Nuclear Technologies ETF sparplanfähig?
Ja. Der ETF ist bei SMARTBROKER+ handelbar und sparplanfähig. Die Mindestsparrate liegt bei einem Euro.
Schüttet der ETF Dividenden aus?
Nein. Der ETF ist thesaurierend. Erträge der enthaltenen Unternehmen werden also nicht ausgezahlt, sondern automatisch wieder im Fonds angelegt und im Anteilspreis berücksichtigt.
Wie hoch sind die Kosten?
Die laufenden Kosten (TER) liegen bei 0,55 Prozent pro Jahr. Sie werden fortlaufend aus dem Fondsvermögen entnommen und sind in der Wertentwicklung bereits berücksichtigt.
Welchen Index bildet der ETF ab?
Der ETF bildet den MarketVector Global Uranium and Nuclear Energy Infrastructure Index ab. Dieser enthält Unternehmen, die einen Großteil ihrer Umsätze mit Uran oder der Kernenergie-Infrastruktur erzielen.
Wie riskant ist der ETF?
Es handelt sich um einen hochkonzentrierten Themen-ETF mit nur 25 Titeln, hoher Schwankungsbreite und Währungsrisiko. Er ist deutlich riskanter (Risikoklasse 6 auf Skala von 1 bis 7) als ein breit gestreuter Welt-ETF und allenfalls als kleine Beimischung gedacht.
Fazit: Lohnt sich der VanEck Uranium and Nuclear Technologies UCITS ETF?
Der VanEck Uranium and Nuclear Technologies UCITS ETF ist eine der einfachsten Möglichkeiten, das Comeback-Thema Kernkraft in einem einzigen Wertpapier abzubilden – von der Uranmine bis zum Reaktorbauer. Die Vergangenheit liest sich beeindruckend, und die langfristige Erzählung rund um KI-Strombedarf, Energiesicherheit und CO₂-arme Versorgung ist real und aktuell.
Die Kehrseite ist ebenso klar: Das ist ein hochkonzentrierter, sehr schwankungsanfälliger Themen-ETF, der an einer einzigen großen Wette hängt. Hohe Chancen treffen hier auf hohe Risiken – beides gehört untrennbar zusammen.
Unterm Strich kann der ETF für dich spannend sein, wenn du sagst: „Ich glaube an die Zukunft der Kernkraft, will das Thema breit abdecken und kann mit ordentlichen Schwankungen leben – als kleine Beimischung in meinem Depot.“ Wer dagegen Ruhe und breite Streuung sucht, ist mit einem klassischen Welt-ETF besser bedient. Wie immer gilt: Mach dir vor jeder Entscheidung selbst ein Bild und schau dir die Chancen und Risiken in den Verkaufsunterlagen genau an.
Die Verkaufsunterlagen zu diesem ETF findest du in deutscher und/oder englischer Sprache in der SMARTBROKER+ App auf der entsprechenden Profilseite unter dem Info-Tab.
Disclaimer
Ausdrücklich weist die Smartbroker AG darauf hin, dass ein Investment in Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente im Sinne des WpHG grundsätzlich mit erheblichen Chancen und Risiken (Preis-, Markt-, Währungs-, Volatilitäts-, Bonitäts- und sonstigen Risiken) verbunden ist und ein Totalverlust des investierten Kapitals nicht ausgeschlossen werden kann. Die Smartbroker AG empfiehlt deshalb jedem Leser und jeder Leserin sich vor einer Anlageentscheidung intensiv mit den Chancen und allen Risiken auseinander zu setzen und sich umfassend zu informieren. Sämtliche verwendeten Wertentwicklungsangaben, sei es für die Vergangenheit oder im Sinne einer Prognose bzw. Einschätzung sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse bzw. Wertentwicklungen. Die hier angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Alle Informationen sind sorgfältig zusammengetragen, haben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind unverbindlich sowie ohne Gewähr. Des Weiteren dient die Bereitstellung der Information nicht als Rechtsberatung, Steuerberatung oder wertpapierbezogene Beratung und ersetzt diese nicht. Eine an den persönlichen Verhältnissen des Kunden ausgerichtete Anlageempfehlung, insbesondere in der Form einer individuellen Anlageberatung, der individuellen steuerlichen Situation und unter Einbeziehung allgemeiner sowie objektspezifischer Grundlagen, Chancen und Risiken, erfolgt ausdrücklich nicht.