Bundesliga für dein Depot Pt. 3
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Sponsor-Derby: Telekom vs. Vodafone – zwei Logos, ein Spiel um Reichweite
Ein Blick aufs Spielfeld, ein Zoom in die Fankurve – und schon steht es da: das Logo auf der Brust. Trikotsponsoring ist Dauerwerbung im Live-Betrieb: 34 Spieltage lang, Millionen Zuschauer, Millionen Augenpaare. Für zwei Telko-Giganten wird die Bundesliga damit zur größten Litfaßsäule des Landes: Deutsche Telekom beim FC Bayern und Vodafone bei Borussia Dortmund.
Sponsoring als Milliardenmarkt
Trikotsponsoring ist nicht nur ein emotionaler Auftritt, sondern auch ein knallhartes Geschäft: In der Bundesliga bringt das Hauptsponsoring pro Verein inzwischen zwischen 10 und 60 Millionen Euro pro Jahr ein – abhängig von Reichweite und sportlichem Erfolg. Für Konzerne wie Telekom oder Vodafone ist das vergleichbar mit einem Werbebudget, das punktgenau auf die eigene Zielgruppe trifft: junge, digital affine Fans, die Streaming, Apps und schnelle Netze nutzen.
Für Anlegerinnen und Anleger ist spannend: Sponsoring-Kosten sind Marketinginvestitionen, die in der Bilanz nicht direkt Rendite zeigen, aber mittelbar Markenstärke, Kundenbindung und App-Nutzung steigern können. In einem Markt, in dem sich Tarife und Netze immer ähnlicher werden, ist diese emotionale Differenzierung ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.
Halbzeit-Analyse: Telekom vs. Vodafone im Investoren-Duell
Ein Logo auf dem Trikot ist Werbung, vielleicht auch eine Emotion. Doch für Anlegerinnen und Anleger lohnt der Blick hinter die Brust. Was macht die Sponsoren so unterschiedlich? Wir haben die beiden Telkos nebeneinander gestellt.
Bühne & Laufzeit – Reichweite auf Zeit
Die Deutsche Telekom hat beim FC Bayern den längeren Atem: Vertrag bis 2032 verlängert. Das „T“ auf der Brust läuft also noch fast ein Jahrzehnt über die größte deutsche Bühne. Eine Partnerschaft, die seit 2002 läuft und inzwischen zu den längsten Sponsoring-Beziehungen im deutschen Fußball zählt.
Vodafone startet anstelle von 1&1 beim BVB, mindestens fünf Jahre lang ab 2025/26. Der clevere Kniff: Auf dem Heimtrikot erscheint das Logo in Schwarz – das kommt den Fans entgegen und sorgt für Sympathie.
Für Investoren heißt das: Beide Deals garantieren Sichtbarkeit, aber die Telekom wirkt langfristiger, Vodafone tritt frischer auf.
Netzqualität – das Produkt hinter dem Logo
Sponsoring wirkt nur, wenn das Produktversprechen stimmt.
- Deutsche Telekom: 5G erreicht über 98 Prozent der Haushalte. Das stützt die Erzählung „beste Bühne, bestes Netz“.
- Vodafone: liegt bei etwa 92 Prozent und will bald die 95-Prozent-Marke knacken. Passend zum BVB-Narrativ: Aufholen, angreifen, dranbleiben.
Relevanz: Netzabdeckung ist ein direkter Treiber für Kundenzufriedenheit und Kündigungsraten.
Konzern-Setup – wo die Erträge herkommen
Die Deutsche Telekom hat einen dicken US-Hebel: Mehrheitsbeteiligung an T-Mobile US (wirtschaftlich rund 52 Prozent). Das bringt Wachstum – aber auch USD-Währungsrisiko ins Spiel.
Vodafone hat dagegen Ballast abgeworfen: Spanien und Italien sind verkauft, der Fokus liegt jetzt auf Kernmärkten wie Deutschland und UK.
Unterschiedliche Spielfelder: Telekom spielt global mit US-Kraft, Vodafone wirkt verschlankt und fokussierter.
Ausschüttungen – was zurückfließt
Die Telekom zahlte für 2024 0,90 Euro Dividende je Aktie. Der Preis pro Aktie bewegt sich derzeit um 30 Euro herum.
Vodafone hat die Dividende für FY25 auf 4,5 Cent pro Aktie festgelegt und will sie über die Zeit steigern. Eine Aktie kostet rund einen Euro. Zusätzlich laufen Aktienrückkäufe.
Für Anleger: Ausschüttungen sind wichtig – aber sie müssen in Relation zu Investitionen und Schulden gesehen werden.
Conversion – macht Reichweite Umsatz?
Das Logo auf der Brust ist der Anfang. Der eigentliche Wert entsteht erst durch die Aktivierung. Kommt die Stadion-Sichtbarkeit im Alltag an?
- Telekom koppelt den Bayern-Auftritt mit MagentaTV und Bündelangeboten.
- Vodafone wird den BVB nutzen, um Tarife, Apps und Community-Aktionen zu pushen.
Für Investoren sind am Ende die harten KPIs entscheidend: App-Nutzung, Neukunden, durchschnittlicher Umsatz pro Kunde (ARPU) oder Kündigungsrate (Churn). Sponsoring schafft die Aufmerksamkeit – aber ob sie sich auszahlt, zeigen die Quartalszahlen.
Was die harten Zahlen zeigen
In den Quartalszahlen offenbart sich, ob Fans am Ende nicht nur jubeln, sondern auch Apps installieren, Verträge abschließen oder ihrem Anbieter treu bleiben.
Deutsche Telekom
Die Telekom hat in Q2/2025 ein solides Spiel in Deutschland hingelegt: Allein im zweiten Quartal legten die mobilen Serviceumsätze um zwei Prozent zu – das sind die Erlöse aus Tarifen, also das Kerngeschäft ohne Geräteverkauf. Besonders stark: 185.000 neue Vertragskunden haben sich für ein Magenta-Logo auf ihrem Handy entschieden. Und die bestehenden Kunden? Sie laufen nicht davon – die Kündigungsrate liegt bei nur 0,8 Prozent – ein Topwert in der Branche. Auch im Festnetz zeigt sich ein klarer Trend: Haushalte zahlen im Schnitt 3,5 Prozent mehr für ihren Breitband-Anschluss.
Chart Deutsche Telekom, 5 Jahre, 29.08.2020 - 29.08.2025, wallstreetONLINE. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Erträge
Vodafone
Vodafone kämpft sich dieses Jahr dagegen eher durch ein zähes Auswärtsspiel. Die Serviceumsätze in Deutschland sanken um 3,2 Prozent. Zudem verlor man im Mobilfunk 39.000 Vertragskunden, allerdings mit Absicht: Niedrigmargige Vertragsverlängerungen (Reseller-Volumen) wurden gezielt reduziert. Auf der Habenseite: Die Kündigungsquote ist wieder einstellig und damit so niedrig wie seit vier Jahren nicht mehr. Sprich: Wer einmal Kunde ist, bleibt inzwischen häufiger dabei. Gleichzeitig gibt es noch Druck beim durchschnittlichen Umsatz pro Kunde (ARPU) aufgrund des Wettbewerbs und Preisdrucks im Mobilfunk. Hier ist die Luft nach oben.
Chart Vodafone, 5 Jahre, 29.08.2020 - 29.08.2025, wallstreetONLINE. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Erträge
Warum das wichtig ist
- Neukunden zeigen, ob ein Sponsoring-Push tatsächlich neue Abschlüsse bringt.
- Churn (die Kündigungsrate) verrät, wie stabil und zufrieden die Kundschaft ist.
- Serviceumsätze sind das Brot-und-Butter-Geschäft und damit der beste Gradmesser für Ertragskraft.
- ARPU zeigt, wie viel Wert ein einzelner Kunde einbringt. Steigen die Tarife oder Zusatzpakete, legt auch diese Kennzahl zu.
Bonus: Fonds-Perspektive – vom Stadion ins Depot
Wer nicht selbst entscheiden will, ob Telekom oder Vodafone die bessere Einzelwahl ist, kann auf Branchen-ETFs setzen. Der Amundi S&P Global Communication Services ESG UCITS ETF – EUR (A) bündelt internationale Telekommunikations- und Medienunternehmen. Damit landen auch Schwergewichte wie die Deutsche Telekom und Vodafone automatisch im Korb – als Teil einer weltweiten „Liga der Kommunikation“.
Chart Amundi S&P Global Communication Services ESG UCITS ETF DR – EUR (A), 5 Jahre, 29.08.2020 - 29.08.2025, wallstreetONLINE. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Erträge
Noch breiter aufgestellt ist der Xtrackers MSCI World Communication Services UCITS ETF. Er bildet den globalen MSCI-Sektor „Communication Services“ ab – von klassischen Telkos bis hin zu großen Tech- und Media-Marken. Auch hier spielen Telekom und Vodafone mit, flankiert von US-Giganten wie Alphabet oder Meta. So bekommst du nicht nur die Bundesliga-Sponsoren, sondern gleich das ganze internationale Spielfeld ins Depot.
Chart Xtrackers ( IE ) Plc - Xtrackers MSCI World Communication Services UCITS ETF, 5 Jahre, 29.08.2020 - 29.08.2025, wallstreetONLINE. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Erträge
Fazit: Kontinuttät vs. Momentum
Das eine Logo steht für Kontinuität und Netzführerschaft (Telekom & Bayern), das andere für Momentum und Fannähe (Vodafone & BVB). Beide Deals liefern Bühne satt – doch ob die Logos am Ende mehr sind als Bilder auf Trikots, entscheidet sich dort, wo Sponsoring ins echte Leben überspringt: im Netz, in den Apps und bei den Tarifen.
Für dich als Anlegerin oder Anleger bedeutet das: Ob Sponsorings wirklich Wirkung haben, zeigt sich darin, ob nach dem Spiel mehr Kunden dazukommen, weniger abspringen – und ob jeder Kunde im Schnitt mehr Umsatz bringt. Ein ETF wieder MSCI World Communication Services UCITS kann helfen, um diesen Fragezeichen aus dem Weg zu gehen.
(Hinweis: Keine Anlageberatung. Mit Aktien und Fonds sind Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden.)
Disclaimer
Ausdrücklich weist die Smartbroker AG darauf hin, dass ein Investment in Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente im Sinne des WpHG grundsätzlich mit erheblichen Chancen und Risiken (Preis-, Markt-, Währungs-, Volatilitäts-, Bonitäts- und sonstigen Risiken) verbunden ist und ein Totalverlust des investierten Kapitals nicht ausgeschlossen werden kann. Die Smartbroker AG empfiehlt deshalb jedem Leser und jeder Leserin sich vor einer Anlageentscheidung intensiv mit den Chancen und allen Risiken auseinander zu setzen und sich umfassend zu informieren. Sämtliche verwendeten Wertentwicklungsangaben, sei es für die Vergangenheit oder im Sinne einer Prognose bzw. Einschätzung sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse bzw. Wertentwicklungen. Die hier angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Alle Informationen sind sorgfältig zusammengetragen, haben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind unverbindlich sowie ohne Gewähr. Des Weiteren dient die Bereitstellung der Information nicht als Rechtsberatung, Steuerberatung oder wertpapierbezogene Beratung und ersetzt diese nicht. Eine an den persönlichen Verhältnissen des Kunden ausgerichtete Anlageempfehlung, insbesondere in der Form einer individuellen Anlageberatung, der individuellen steuerlichen Situation und unter Einbeziehung allgemeiner sowie objektspezifischer Grundlagen, Chancen und Risiken, erfolgt ausdrücklich nicht.
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